Das Leitungswasser in Himara ist grundsätzlich trinkbar, aber nicht durchgehend verlässlich. Die Wasserversorgung der Stadt speist sich aus Bergquellen im Ceraunischen Gebirge, und im Ortszentrum ist die Qualität in der Regel völlig in Ordnung. Das eigentliche Problem liegt in den Schwankungen: In älteren Gebäuden können Rohre verrostet sein, manche Außenbezirke werden unregelmäßig versorgt, und in der sommerlichen Hochsaison stößt das Leitungsnetz an seine Belastungsgrenzen. Die meisten Reisenden gehen daher auf Nummer sicher und trinken Flaschenwasser, das günstig und überall erhältlich ist. Eine 1.5-Liter-Flasche kostet in jedem Minimarkt 50-100 ALL (etwa 0.50-1 EUR). Allerdings trinken auch viele Langzeitgäste und Einheimische das Leitungswasser täglich ohne jede Beschwerde. In diesem Guide erfährst du alles Wichtige, um selbst zu entscheiden.
Leitungswasserqualität in Himara
Das Wasser in Himara stammt aus natürlichen Bergquellen oberhalb der Stadt, die vom Ceraunischen Gebirge gespeist werden. Es handelt sich hierbei nicht um aufbereitetes Stadtwasser aus einem weit entfernten Reservoir, sondern um Quellwasser, das über ein lokales Leitungsnetz hangabwärts fließt. Die Quelle selbst ist sauber. Probleme entstehen – falls überhaupt – vor allem durch die Infrastruktur zwischen der Bergquelle und deinem Trinkglas.
Im Ortszentrum verfügen neuere Gebäude und frisch renovierte Hotels in der Regel über eine gute Wasserqualität. Die Rohre sind modern, der Wasserdruck ist konstant und das Wasser schmeckt rein. Wenn deine Unterkunft in den letzten 10-15 Jahren gebaut oder saniert wurde, kannst du das Leitungswasser meist bedenkenlos trinken.
In älteren Gebäuden sieht die Sache anders aus. Die albanische Bausubstanz – insbesondere entlang der Küste – umfasst viele Gebäude aus der kommunistischen Zeit und aus dem unregulierten Bauboom der 1990er- und 2000er-Jahre. Alte verzinkte Rohre, korrodierte Armaturen und Wassertanks auf den Dächern, die seit Jahren nicht gereinigt wurden, können die Wasserqualität beeinträchtigen. Den Unterschied schmeckt man nicht zwingend sofort, aber das Risiko von Verunreinigungen steigt.
In der sommerlichen Hochsaison (Ende Juli bis August) steht die Wasserversorgung unter enormem Druck. Himaras Einwohnerzahl schnellt von einigen Tausend auf Zehntausende an, wenn albanische und internationale Urlauber anreisen. Für diese Belastung ist das Verteilungsnetz schlichtweg nicht ausgelegt. Der Druck fällt ab, Unterbrechungen in der Versorgung sind an der Tagesordnung (vor allem in höheren Lagen), und unter Volllast kann auch die Wasserqualität schwanken. Manche Unterkünfte nutzen Reservetanks auf dem Dach, um Ausfälle abzufedern – doch solche Tanks in 35-Grad-Hitze sind für die Wasserqualität alles andere als ideal.
Das praktische Fazit: Wenn du in einem modernen Hotel oder Gästehaus im Zentrum übernachtest und im Juni oder September reist, ist das Leitungswasser meist völlig in Ordnung. Wohnst du dagegen in einer älteren Ferienwohnung, in einem Randgebiet oder reist zur Hochsaison im August, ist Flaschenwasser die sicherere Wahl.
Verfügbarkeit und Preise von Flaschenwasser
Wasser in Flaschen gibt es in Himara und an der gesamten Albanischen Riviera überall. Jeder Minimarkt, Supermarkt, jedes Restaurant und jeder Strandverkäufer hat es im Angebot. Du wirst nie lange nach einer Flasche suchen müssen. Die gängigsten albanischen Marken sind Tepelena und Glina, die beide aus natürlichen Quellen in Südalbanien stammen. Internationale Marken wie Evian oder San Pellegrino findet man gelegentlich in größeren Geschäften, allerdings mit deutlichem Aufpreis.
Typische Preise:
| Size | Where | Price (ALL) | Price (EUR) |
|---|---|---|---|
| 0.5L bottle | Minimarket | 30-50 ALL | 0.30-0.50 |
| 1.5L bottle | Minimarket | 50-100 ALL | 0.50-1.00 |
| 5L jug | Supermarket | 150-200 ALL | 1.50-2.00 |
| 0.5L bottle | Beach vendor | 100-200 ALL | 1.00-2.00 |
| 0.5L bottle | Restaurant | 100-150 ALL | 1.00-1.50 |
Kauf am besten gleich größere Mengen in Minimärkten ein, wenn du mehrere Tage bleibst. Ein Sixpack 1.5L-Flaschen kostet üblicherweise 300-500 ALL (3-5 EUR) und reicht für zwei bis drei Tage. Die kleinen Supermärkte an Himaras Hauptstraße und nahe dem Livadhi Beach führen auch 5L-Kanister – die mit Abstand wirtschaftlichste Option, wenn deine Unterkunft über einen Kühlschrank verfügt.
Richtig trinken: Ausreichend hydriert an der Albanischen Riviera
Im Sommer klettern die Temperaturen an der Albanischen Riviera regelmäßig auf 30-35 Grad Celsius, und durch die hohe Luftfeuchtigkeit fühlt es sich oft noch heißer an. Dehydrierung ist hier keine theoretische Gefahr, sondern ein reales Risiko. Sie ist unter Urlaubern die häufigste gesundheitliche Beschwerde – noch vor Sonnenbrand und Magenverstimmungen.
Wie viel man trinken sollte:
- Grundbedarf: 2-3 Liter pro Person und Tag im Sommer
- Strandtage: Einen weiteren Liter zusätzlich einplanen, wenn du stundenlang in der prallen Sonne liegst
- Wandern: 1 Liter pro Stunde Aktivität – Routendetails findest du im Guide über Wanderwege rund um Himara
- Alkohol ausgleichen: Für jedes Bier oder jeden Cocktail die gleiche Menge Wasser trinken
Erste Warnzeichen einer Dehydrierung sind Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit, dunkler Urin und Schwindel. Diese Symptome werden leicht mit Jetlag oder einem Kater verwechselt. Wenn du dich nach einem Tag in der Sonne unwohl fühlst, trink zuerst Wasser, bevor du zu Medikamenten greifst. Weitere Informationen zu Gesundheitsthemen auf Reisen findest du im Gesundheitsratgeber für Himara.
Kinder und ältere Reisende dehydrieren deutlich schneller. Wenn du mit der Familie unterwegs bist, halte Wasser immer griffbereit und verlass dich nicht darauf, erst dann einen Verkäufer zu suchen, wenn der Durst schon groß ist.
Wasser an den Stränden
An den Stränden von Himara gibt es keine öffentlichen Trinkwasserhähne. Entlang dieses Küstenabschnitts sucht man Trinkbrunnen, Auffüllstationen oder verlässliche Wasseranschlüsse an den Stränden vergeblich. Alles, was du über den Tag brauchst, musst du selbst mitbringen.
Strandverkäufer und saisonale Kioske verkaufen an allen gut besuchten Stränden Flaschenwasser – etwa am Livadhi Beach, Spile Beach, Potami Beach und an den bewirtschafteten Abschnitten von Dhermi. Rechne jedoch mit einem Aufschlag: 100-200 ALL (1-2 EUR) für eine 0.5L-Flasche, was ungefähr dem doppelten Minimarkt-Preis entspricht. In absoluten Zahlen ist das zwar günstig, summiert sich über eine Woche mit täglichen Strandbesuchen aber spürbar.
An weniger erschlossenen Stränden wie Filikuri, Akuarium oder Gjipe gibt es mitunter gar keine Händler oder lediglich eine einzige saisonale Strandbar mit begrenztem Vorrat. Diese Buchten sind nur über Pfade erreichbar und verfügen über keinerlei Infrastruktur. Pack alles ein, was du brauchst – und nimm mehr Wasser mit, als du denkst. Eine halbe Literflasche reicht bei Augusthitze keinesfalls für einen ganzen Nachmittag an einem abgelegenen Naturstrand.
Faustregel: Bring mindestens 1.5 Liter Wasser pro Person für einen normalen Strandtag mit. Für abgelegene Strände, die eine Wanderung erfordern, sollten es mindestens 2 Liter sein.
Wiederverwendbare Flaschen und Plastikvermeidung
Plastikmüll ist entlang der albanischen Küste ein unübersehbares Problem. Einwegflaschen landen an Stränden und Straßenrändern, und Recyclingstrukturen sind minimal ausgebaut. Wenn du deinen ökologischen Fußabdruck verringern möchtest, ist eine wiederverwendbare Trinkflasche das nützlichste Utensil in deinem Gepäck.
Was in der Praxis funktioniert:
- Manche Hotels und Pensionen stellen ihren Gästen gefiltertes Wasser oder Wasserspender bereit. Frag einfach beim Check-in nach. Gehobenere Unterkünfte bieten diesen Service häufiger an.
- Restaurants füllen deine Trinkflasche auf höfliche Nachfrage gern mit gefiltertem Wasser auf. Nicht jedes Lokal macht mit, aber viele sind hilfsbereit.
- Öffentliche Brunnen gibt es an einigen wenigen Stellen in der Altstadt (rund um die Burg von Himara), doch sie werden nicht verlässlich gewartet und sollten nicht deine Haupttrinkwasserquelle sein.
- Eine Filterflasche (wie LifeStraw oder Grayl) beseitigt Bedenken bezüglich der Leitungswasserqualität vollständig. Wenn du häufiger in der Region unterwegs bist, amortisiert sich die Anschaffung schnell.
Eigene Trinkwasser-Nachfüllstationen, wie man sie aus manchen stärker erschlossenen Reisezielen kennt, gibt es in Himara noch nicht. Die Infrastruktur ist schlicht noch nicht so weit. Doch mit gefiltertem Wasser in der Unterkunft und gelegentlichem Auffüllen im Restaurant kannst du deinen Verbrauch an Einwegplastik bereits deutlich senken.
Eiswürfel in Getränken
Eiswürfel in Restaurants und Bars in Himara sind im Allgemeinen unbedenklich. Betriebe, die Urlauber bewirten, verwenden industriell abgepacktes Eis aus gereinigtem Wasser, das meist von Großhändlern aus Vlora oder Saranda geliefert wird. Das ist in albanischen Lokalen mit touristischem Publikum gängiger Standard.
Straßenstände und sehr kleine saisonale Kioske nutzen unter Umständen Eis aus weniger eindeutiger Quelle, was aber selten vorkommt. Wenn du in einem etablierten Restaurant im Zentrum von Himara, am Livadhi Beach oder am Potami Beach isst, sind Eiswürfel kein Grund zur Sorge.
Wer lieber vorsichtig sein möchte, kann Getränke natürlich jederzeit ohne Eis bestellen – das wirkt keineswegs seltsam. In der Praxis sind Magen-Darm-Erkrankungen durch Eiswürfel unter Touristen in Himara jedoch extrem selten.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Ist das Leitungswasser in Himara sicher?
Das Leitungswasser in Himara stammt aus Bergquellen und ist im Stadtzentrum in der Regel sicher, insbesondere in neueren oder kürzlich renovierten Gebäuden. In älteren Häusern mit maroden Leitungen oder während der sommerlichen Hochsaison, wenn das Versorgungsnetz überlastet ist, kann die Qualität schwanken. Die meisten Reisenden greifen vorsichtshalber zu Flaschenwasser. Wenn du dir bei deiner Unterkunft unsicher bist, frag einfach direkt deine Gastgeber – sie werden dir eine ehrliche Auskunft geben.
Wie viel kostet Flaschenwasser in Albanien?
Wasser in Flaschen ist in Albanien sehr günstig. Eine 1.5-Liter-Flasche kostet in Minimärkten und Supermärkten 50-100 ALL (0.50-1 EUR). Größere 5-Liter-Kanister liegen bei 150-200 ALL (1.50-2 EUR). An Strandständen und in Restaurants zahlt man mehr – typischerweise 100-200 ALL für eine kleine 0.5L-Flasche. Wer im Supermarkt statt am Strand kauft, spart ungefähr die Hälfte. Weitere Tipps zu Reisekosten in Albanien findest du auf unserer Seite mit praktischen Reiseinformationen.
Kann man das Leitungswasser an der Albanischen Riviera trinken?
Die Wasserqualität variiert entlang der Albanischen Riviera. Himara und Saranda verfügen über verhältnismäßig ordentliches Wasser aus Gebirgsquellen. In kleineren Dörfern wie Dhermi, Vuno und Qeparo ist die Versorgung – vor allem im Sommer – mitunter weniger verlässlich. Als Faustregel gilt: Flaschenwasser ist für Urlauber überall an der Riviera die sicherste Option. Es kostet sehr wenig, nimmt jede Unsicherheit und lässt dich deinen Strandurlaub unbeschwert genießen.
Sollte man eine Filterflasche nach Albanien mitnehmen?
Eine Trinkflasche mit integriertem Filter ist eine clevere Wahl, wenn du Leitungswasser trinken und auf Nummer sicher gehen möchtest. Marken wie LifeStraw Go oder Grayl GeoPress filtern Bakterien und Protozoen zuverlässig heraus und decken damit die Hauptrisiken veralteter Leitungsnetze ab. Zudem sparst du im Laufe der Reise eine Menge Plastikmüll. Zwingend nötig ist sie nicht – Flaschenwasser ist günstig genug –, aber für Wanderer und längere Aufenthalte äußerst praktisch.
Gibt es in Himara Apotheken bei Magenproblemen?
Ja. Im Ortszentrum von Himara gibt es Apotheken, in denen man Elektrolytlösungen, Durchfallmedikamente und andere Mittel gegen Magenbeschwerden rezeptfrei erhält. Standorte, Öffnungszeiten und das Sortiment findest du im Apotheken-Ratgeber für Himara.



